Kinderbücher zum Thema Nein-Sagen, Prävention und Umgang mit Fremden
Im Rahmen der Kindererziehung werden Eltern stets mit den immer gleichen Aussagen, Situationen und Redewendungen konfrontiert.
Beispielsweise „Gutes Benehmen ist wichtig“ oder „Gehe nie mit einem Fremden mit“. Sie alle sind wichtig und sie alle sollen Kindern helfen, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden sowie zu behaupten.
Im Grunde ganz einfach. Wir müssen es ihnen nur sagen und sie werden es umsetzen. So funktioniert Erziehung. Oder nicht?
Fällt es uns manchmal nicht selber schwer, diese scheinbar einfachen Regeln zu befolgen beziehungsweise sie detailliert zu verstehen? Machen wir die Probe aufs Exempel:
„Gutes Benehmen ist wichtig“. Sicher sollte jedes Kind früh lernen „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Kommt die Oma zu Besuch, erwartet sie, dass man sie begrüßt. Im Lokal und Zuhause wird nicht mit dem Essen gespielt, Hunde am Schwanz zu ziehen ist gemein und hässliche Geschenke ablehnen unhöflich. Aber was, wenn ein Fremder dir Bonbons schenken will? Musst du dann freundlich „Danke“ sagen und sie nehmen oder darfst du den Kopf schütteln und weggehen?
„Streiten und wieder vertragen“. Geschwister und Freunde müssen nett zueinander sein. Sicher ein schöner Gedanke, aber bedeutet das, im Fall der Fälle auch ungerechtes Verhalten hinzunehmen? Wo liegt die Grenze? Und muss ich mich als Kind immer entschuldigen, um mich wieder zu vertragen? Darf ich mit einem Erwachsenen streiten oder haben die immer recht?
„Teilen & Behalten“. Manche Dinge gehören allein mir und von anderen sollte ich etwas abgeben. Bloß, welche Dinge gehören in welche Kategorie? Warum sollte ich überhaupt etwas teilen?
„Gefühle machen stark“. Du darfst ruhig traurig sein. Ich verstehe, dass du sauer bist. Toll, dass du dich so freust. Nein, du bekommst den Lutscher nicht und es bringt auch nichts, dass du dich vor der Supermarktkasse auf den Boden wirfst und schreist. Die feinen Unterschiede können durchaus verwirren. Männer weinen nicht, das machen nur Mädchen. Klar, ein Klischee. Aber wir leben es Kindern nicht selten vor.
„Gehe nie mit einem Fremden mit“. Eine der wichtigsten Regeln, die – so traurig es klingt – Leben retten kann. Simpel und trotzdem nicht einfach. Denn bringen wir Kindern nicht gleichzeitig bei, höflich zu sein? Sicher, ein normales und deutliches „Nein“ ist noch nicht unhöflich. Aber nehmen wir an, der Fremde reagiert nicht darauf. Er redet auf das Kind ein, packt es vielleicht sogar an der Jacke und versucht es mitzunehmen. Dürfen brave Kinder laut werden, den Fremden anschreien, sich mit Händen und Füßen wehren? Ja? Ja! Uns erscheint die Antwort logisch, Kinder müssen erst lernen, diese Hemmschwelle zu überwinden.
Man kann sich nur richtig verhalten, wenn man es versteht
Natürlich ersetzt kein Buch dieser Welt Gespräche oder die Auseinandersetzung mit konkreten Situationen. Wenn Geschwister streiten, hilft es nicht, ihnen ein Buch zu lesen zu geben, welches vom Streiten und Vertragen handelt.
Allein der Satz „Gehe nie mit einem Fremden mit“ reicht nicht aus, um ein Kind gegen Übergriffe zu wappnen. Hier sind Übung oder spezielle Kurse für Kinder - wie sie von zahlreichen Vereinen angeboten werden - wohl weitaus sinnvoller.
Unsere Auswahl an Vorlesebüchern soll lediglich eine gewisse Basis schaffen und Ihnen eine kleine Unterstützung zur Hand geben.
Die altersgerechte Aufarbeitung schwieriger Themen, die in erster Linie Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren ansprechen, sind kein Ersatz und keine Alternative. Sie sind ein zusätzliches Element, das vielleicht dabei helfen kann, erste Anlaufschwierigkeiten zu nehmen und komplexe Dinge zu veranschaulichen.
Jedes Buch ist zudem mit einer Altersangabe versehen.
Sie müssen sich also auch keine Sorgen machen, dass ein Thema Ihr Kind emotional überfordert. Die kind- und altersgerechte Herangehensweise erklärt anschaulich und sensibel Bereiche wie den Umgang mit Fremden, Streit und Mutproben, den Umgang mit Gefühlen und vieles mehr – ohne jedoch Ängste zu schüren oder übertriebene Perfektion zu verlangen.